Im Kreis der vielen Stimmen

Im Zimmer Licht, der Tisch gedeckt,
ein Strom von Lauten mich umfließt.
Das Lachen wie ein Kranz sich schließt,
doch keine Welle mich entdeckt.

Sie reden, rufen, nah und warm,
die Wörter Vögel unbekannt.
Ich sitz am unbemerkten Rand,
ein stilles Glas im lauten Schwarm.

Die Türen ihrer Laute gehn
und schließen sich in einem Zug.
Ich bin der leere Krug,
durch den die fremden Winde wehn.

Ein Teppich liegt auf ihrem Klang,
so weich gewebt, mir unbekannt.
Ich strecke tastend eine Hand,
doch bleibt mein Finger unterm Hang.

Ein Mund formt meinen Namen weich,
vertraut gehaucht und doch verweht,
als ob ein Vogel sich verdreht
und flöge in den nächsten Zweig.

Sie trinken, schenken, lächeln zu,
ich nipp am Duft, nicht an dem Krug.
Die Stille, die sich um mich trug,
wird sanft zum Tuch, darin ich ruh.

Dann ganz am Rand, wo Licht zerbricht,
ein Kinderblick, der länger ruht.
Er spricht kein Wort, gibt mir nur Mut.
Mehr war es nicht.