Der Maler strich die Wand weiß. Am nächsten Morgen war das Bild wieder da. Nicht das Bild, das er übermalt hatte — ein anderes. Schärfer, mit Farben, die er nicht besaß. Er strich wieder. Es kam wieder. Jedes Mal anders, jedes Mal genauer, als hätte die Wand begriffen, was er nicht malen konnte, und es für ihn getan.
Nach drei Wochen hörte er auf zu streichen. Nicht aus Resignation. Aus Neugier. Er stellte eine Staffelei vor die Wand und malte ab, was dort erschien, bevor es am nächsten Morgen von etwas Besserem ersetzt wurde. Eine Galerie nahm die Bilder. Die Kritiker nannten ihn ein Genie. Die Wand malte weiter.
Er verkaufte das Haus. Der neue Besitzer strich die Wand weiß. Sie blieb weiß.
Die Bilder erschienen jetzt woanders: auf Litfaßsäulen, auf Gehwegen nach Regen, auf der Innenseite geschlossener Augenlider bei Menschen, die einander nicht kannten. Niemand wusste, woher sie kamen. Alle erkannten sie.