Es gibt eine Tageszeit, die auf keiner Uhr steht. Zwischen drei und vier Uhr nachts, wenn die Straßenbahnen schlafen und die Bäckereien noch nicht denken, öffnet sich ein Spalt. Nicht in der Welt. In der Aufmerksamkeit.

In diesem Spalt geschehen Dinge, die am Morgen nicht mehr wahr sind: Briefe schreiben sich selbst zu Ende. Suppen auf vergessenen Herden werden endlich gut. Kinder in zu lauten Häusern träumen leiser als sonst, und die Stille traut sich herein.

Ein Mann, der um diese Zeit wach war, berichtete später, er habe gesehen, wie ein Regal im Wohnzimmer ein Buch fallen ließ. Absichtlich. Er hob es auf. Es war aufgeschlagen auf einer Seite, die er noch nie gelesen hatte, obwohl er das Buch kannte. Der Satz lautete: „Du bist nicht gemeint, aber du darfst bleiben."

Er schloss das Buch. Er blieb.